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20 Jahre LuK Hamburg

Am 29. März 2014 feierte die LuK Hamburg ihr 20jähriges Jubiläum. Damals gegründet, um die Lesbenveranstaltungen für den Kirchentag 1995 in Hamburg zu planen, trifft sich die Gruppe seitdem 2 x monatlich am Loogeplatz in Eppendorf. Dort war vor 20 Jahre im "Haus der Frau" die Evangelische Frauenarbeit angesiedelt, später die "offene kirche" (Frauenarbeit und Familienbildung) und heute die Familienbildungsstätte Eppendorf. Die LuK Hamburg ist immer noch da und freut sich über das Jubiläum. Einladungsflyer (PDF)


Sisters carry on!
20 Jahre Lesben und Kirche (LuK) in Hamburg

„Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Courage!“ – so Bischöfin i. R. Bärbel Wartenberg-Potter zu zwei Jahrzehnten Engagement der LuK Hamburg. Sie betonte ihre Solidarität mit den lesbischen Frauen, wie auch in ihrem neuen Buch „Anfängerin“, aus dem sie vorlas:

Auf einer internationalen Frauenkonferenz in den 80er Jahren mit 2000 Frauen wurden alle Frauen aufgefordert die Hand zu heben, wenn sie eine Frau lieben - nur wenige hoben zögernd die Hand.

Nachdem aber gefragt wurde, welche Frau ihre Mutter, Großmutter, Schwester, Tochter, eine andere Frau liebe, hoben alle Frauen unter Gelächter und Erleichterung die Hand. „Die Solidarität mit lesbischen Frauen war an diesem Tag ein großes Stück gewachsen.“
Dieses Erlebnis habe sie sehr geprägt.

 

 

Vor 20 Jahren trauten sich viele Lesben nicht, sich zu outen, daran erinnerte auch Pröpstin Astrid Kleist in ihrem sehr persönlichen Grußwort. Sie betonte, wie wichtig auch für sie die Lesbennetzwerke LuK und Labrystheia auf ihrem eigenen Lebensweg als lesbische Frau in der Kirche waren: „Wie wichtig und gut, dass es euch gibt, dass es Netzwerke gibt, die stärken und Anstoß geben, die wachhalten und nicht müde werden lassen, die helfen, die Sehnsucht, Wünsche und Visionen nicht klein reden zu lassen. Lasst uns heute feiern, dass es die LuK gibt - für alles, was seither gelungen ist und auf den Weg gebracht werden konnte. Lasst uns Kraft und Gedanken sammeln für das, was noch aussteht.“ - „Sisters carry on“ rief sie der LuK bestärkend zu.

Gegründet wurde die LuK Hamburg 1994 um Veranstaltungen für Lesben zum Kirchentag 1995 in Hamburg zu organisieren. Daraus entstand ein langjähriges Engagement für Anerkennung und Akzeptanz. Insbesondere durch Öffentlichkeitsarbeit, unzählige Stände auf Nordelbischen Synoden und Gespräche wurde - gemeinsam mit anderen - viel erreicht, heute sind Ordination, Zusammenleben im Pfarrhaus und Segnungen für Lesben und Schwule möglich.

Pastor Nils Christiansen, zusammen mit Tomke Ande (LuK) Vorsitzender des schwul-lesbischen PastorInnenkonvents „KonsulT“, betonte, bei vielen Aktivitäten sei insbesondere die LuK konsequent und zuverlässig vor Ort gewesen: „Ohne Euer ungeheures Durchhaltevermögen wäre Vieles nicht möglich gewesen.“

 

 

Den Bogen zur nichtkirchlichen Lesbenbewegung schlug Bea Trampenau Geschäftsführerin vom „Lesbenverein Intervention e.V.“: „Die LuK ist ein bunter Mahlstein, der stetig mit Kompetenz, Ruhe und Kontinuität Rillen in das „Rad Kirche“ ritzt, so dass das Rad über 20 Jahre auch lesbische Selbstverständlichkeiten, rechtliche Sicherheit und Nischen in sich aufgenommen hat. Meinen höchsten Respekt für Eure Leistung!“ so Bea Trampenau, „Ihr macht es möglich, dass lesbisches Leben sichtbar geworden ist, wo die Frauen- und Lesbenbewegung keine Zeichen gesetzt hat: Direkt in den Gemeinden, in den Stadtteilen!“
Mit „Intervention“ ist die LuK seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden. Nicht immer jedoch verlaufen Kontakte so: Mit anderen Lesbengruppen hatten kirchliche Lesben sehr unschöne Erlebnisse, wurden für Ihr Engagement in der Kirche heftig angegriffen. Dieses doppelte Outing und die doppelte Öffentlichkeitsarbeit in Kirche und Lesbenbewegung sind doppelt anstrengend.

Den Blick auf die Situation der Lesben weltweit lenkte Sonja Schelper, Geschäftsführerin der Frauenstiftung filia: In Russland und einigen afrikanischen Ländern, die die Rechte von Lesben und Schwulen aktuell bis hin zu lebenslanger Haft- oder Todesstrafe extrem einschränken, sind es oft kirchliche Gruppen, die die Politik konservativ beeinflussen und gegenüber Lesben und Schwulen auch vor körperlicher Gewalt nicht zurückschrecken. Hier liegt eine besondere Aufgabe für Kirche und ihre Lesben- und Schwulengruppen.

Mit einer langen Zeitleiste, an der Kärtchen mit den vielen Stationen der Arbeit der LuK hingen, erinnerten sich die Feiernden an so manch schöne und schwierige Ereignisse wie auch die Erfolge. Da durch die Fusion zur Nordkirche viele Themen jedoch erneut besprochen und in Gesetzen noch berücksichtigt werden müssen, bleibt noch viel zu tun. Sisters carry on!

 

 

 


 

Rückblick auf das 10-jährige Jubiläum:

10 Jahre LuK Hamburg / Nordelbien im Jahr 2004

1994 haben wir die LuK Regionalgruppe in Hamburg gegründet. Damals speziell für die Vorbereitung des Evangelischen Kirchentages 1995 in Hamburg gegründet, haben wir seitdem kirchenpolitisch viel bewegt und treffen uns immer noch 2 mal monatlich.

So haben wir dann 2004 unser 10-jähriges Jubiläum gefeiert! Hier ein kurzer Bericht über unser Jubiläum:

 

unermüdlich unbequem
10 Jahre Lesben und Kirche (LuK) in Hamburg

 

"Wenn wir heute das 10-jährige Jubiläum Ihrer ökumenischen Arbeitsgemeinschaft feiern, dann können Sie und wir alle auf viel Erreichtes zurückblicken", mit diesen Worten gratulierte Bischöfin Maria Jepsen am
5. Juni 2004 in ihrem Grußwort der LuK Hamburg zu Ihrem Jubiläum.

 

 

Zehn Jahre Engagement in der nordelbischen Kirche mit etlichen Ständen auf nordelbischen Synoden und bei Veranstaltungen, Arbeitskreisen, Einladungen in Schulen, Gemeinden und Gruppen, das sollte gebührend gefeiert werden.

 

 

 

Bischöfin Jepsen wies in ihrem Grußwort auf das von der nordelbischen Synode im Februar 2000 beschlossene Schuldanerkenntnis hin, in dem erklärt wurde, dass die Kirche entscheidend zur Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung homosexueller Frauen und Männer beigetragen habe, dies als Schuld erkenne und sich in der Verpflichtung sehe, Diskriminierung und Verachtung von homosexuellen Frauen und Männern öffentlich zu widersprechen und jeder Gewalt entgegenzutreten.

Neben der Bischöfin waren Kerstin Möller, die Leiterin des Nordelbischen Frauenwerkes (dem die LuK seit vielen Jahren verbunden ist) sowie Ina Brinkmann, die Leiterin der offenen kirche in Hamburg (wo sich die LuK seit 10 Jahren trifft) für Grußworte eingeladen.

In einem Rückblick auf die Geschichte der LuK in Nordelbien erinnerten Ute Morgenroth, Leiterin des Flensburger Frauenwerkes und Gründungsfrau der LuK Nordelbien, sowie Jessica Diedrich, Bundessprecherin der LuK und Gründungsfrau der LuK in Hamburg, an die Anfänge und ersten Veränderungen, aber auch an die großen Schwierigkeiten auf dem Weg dahin.

 

 

 

 

Dr. Herta Leistner, ehem. Studienleiterin des ev. Frauenstudien- und Bildungszentrums Gelnhausen, welche der Bildung der ersten LuK Gruppen in Deutschland mit auf den Weg half, ordnete in ihrem Impulsreferat "Lesbenleben in der Kirche: Gestern - heute - morgen" die zehn Jahre der LuK in Hamburg in die Kirchenlesbengeschichte und die Ökumene ein und erinnerte damit auch an lesbische Frauen aus dem 11. Jahrhundert. Ebenso warf sie einen Blick in die Zukunft auf die noch anstehenden politischen Veränderungen hin zu einer akzeptablen Rechtslage für Lesben und Schwule: Es braucht weiterhin den Mut, unbequem zu sein, nachzuhaken, aufmerksam zu machen, auch wenn die Langsamkeit der Institutionen nervt".

Eine umfangreiche Ausstellung zu zehn Jahren lesbischen Kirchenleben und kirchlichem Lesbenleben wurde von Sabine Simon, Referentin für Frauenarbeit in der offenen kirche eröffnet, die bis Mitte August 2004 in der offenen kirche zu sehen war.

Musikalisch wurde der Tag mit wunderbarer Klezmer-Musik begleitet von den "Taktlosen".

Wenngleich die LuK auch stolz auf das Erreichte zurückblicken kann, bleibt doch immer noch viel zu tun: Diskriminierungen sind auch heute noch an der Tagesordnung, die Lebensform führt auch heute noch manchmal dazu, dass eine Pastorin eine Stelle nicht bekommt, das Lebenspartnerschaftsgesetz ist noch lange nicht akzeptabel. Viele Gründe, weiterhin unermüdlich unbequem zu sein.


 
 
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